Die Luftfahrtarchäologie befasst sich hauptsächlich mit der Aufklärung von Schicksalen deutscher und alliierter Flugzeugbesatzungen in Schleswig-Holstein. Während des zweiten Weltkrieges wurden schätzungsweise 1100 Flugzeuge abgeschossen, von denen bisher etwa 60 Absturzorte recherchiert und ausgewertet werden konnten. Die Zusammenarbeit mit Historikern aus aller Welt und der Kontakt zu Familienangehörigen der ums Leben gekommenen, Vermissten, oder in Gefangenschaft geratenen Besatzungen, ist ein wichtiger Bestandteil und auch häufig die einzige Möglichkeit gewonnene Daten auswerten zu können.


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-> Detaillierte Informationen über das Auswerten von Fundmaterial finden Sie hier

Die Ergebnisse der durchgeführten Recherchen und der ermittelten Absturzstellen und ehemaligen Anlagen der Luftwaffe, werden an das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH), mit entsprechenden Fundmeldungen, zur Einarbeitung in die archäologische Landesaufnahme zugeführt.


Archivmaterial, Zeitzeugen und Dokumente


Die Auswertung gewonnener Daten und der vorliegenden Dokumente, bis zum Abschluß einer Recherche, dauert in der Regel mehrere Jahre. Oftmals sind es nur kleine Details und Hinweise die zu einem Abschluß führen können. Zeitzeugen und Augenzeugen können durch ihre Erlebnisse, Tagebuchaufzeichnungen, Fotos und Dokumente dazu beitragen neue und vor allem wichtige Informationen weiter zu geben.

Sollten Sie über solche Informationen verfügen, oder jemanden kennen der über entsprechende Informationen verfügt, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung !

Sämtliche Informationen, Dokumente und Fotos werden in einem Archiv verwaltet und ausgewertet.

Kartierung

Nach Auswertung vorliegender Daten und Informationen wird eine archäologische Sondierung und Kartierung des Absturzortes, nach Absprache der jeweiligen Landeigentümer und Pächter, durchgeführt. Für die Tätigkeit, bei der ein Metalldetektor zum Einsatz kommt, bedarf es einer Sondergenehmigung durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH)

Während der Sondierung wird sämtliches Fundmaterial, das eindeutig einem Flugzeug zugeordnet werden kann, mittel GPS eingemessen und kartografisch ausgewertet. Die Freilegung, bzw. Bergung von Fundgut findet im Regelfall in einer Tiefe bis zu 30cm statt. Ein Ausgrabung in tieferen Erdschichten wird ausschließlich durch das Archäologische Landesamt durchgeführt. Sollten Sie Ihnen unbekannte Personen beobachten, die die hier beschriebenen Tätigkeiten, mittels Metalldetektor und / oder größerem Grabungsgerät durchführen, verständigen Sie bitte die Polizei.

 

Auswertung von Fundmaterial

Das von einem Absturzort geborgene Fundgut wird als erstes nach verwertbaren, für die Auswertung, der anschließenden Katalogisierung und Archivierung geeigneten Material, selektiert. Bereits während der Reinigung werden die Flugzeugteile auf Ersatzteilnummern und Prüf- bzw. Abnahmestempel des Herstellers, untersucht, die mittels Datenbank und Ersatzteilliste einem bestimmten Flugzeugtyp zugeordnet werden können und wichtige Hinweise zur Aufklärung der Schicksale der entsprechenden Besatzung geben können. Je nach Flugzeugtyp, Absturzhöhe, Absturzwinkel und der entsprechenden Bodenbeschaffenheit werden an einer Absturzstelle etwa zwischen 500 und 2000 Flugzeugteile geborgen. Nur etwa 5% dieses Fundmaterial ist für eine Auswertung, Katalogisierung und Archivierung geeignet. Die Größe dieser historischen Fundstücke beträgt meist nur wenige Quadratzentimer.

 

Dokumentation und Publikation

Nach abgeschlossener Auswertung des Fundmaterials und der durchgeführten Kartierung des Absturzortes, erfolgt eine umfangreiche und detaillierte Dokumentation. Hierbei fließen die gewonnenen Daten und Informationen, auch für die Auswertungen und Untersuchungen anderer Absturzorte, in das Archiv und die Datenbank ein. Die Publikation beinhaltet nur die für den jeweiligen Absturz relevanten Informationen. Detaillierte Angaben, wie z.B. Hinweise über den Absturzort, werden grundsätzlich nicht an unbefugte und unbeteiligte Dritte weitergegeben.

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