Rastorfer-Passau


Vickers Wellington   Z1292

Absturzdatum 30.11.1941  
Crew
Absturzzeit 2223   Sgt. Jesse Butterworth, Royal Air Force,
Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.8.
Absturzursache Unbekannt   Sgt. Alexander Gilmour, Pilot, Royal Air Force,
Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.10.
Flugzeugtyp Wellington IV   Sgt. William Joeseph Lewis, Royal Air Force, 22 Jahre, Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.9.
Seriennummer Z1292   Sgt. John Harold Lucking, Pilot, Royal Air Force, 21 Jahre, Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.13.
Rufzeichen QT-   Sgt. John Stanley Saunders, Royal Air Force, 28 Jahre, Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.17.
Besatzung 6 Mann (6KIA)   Flt. Sgt. Frank Sumner, Royal Air Force, 39 Jahre, Grablage Kiel War Cemetary: 2.A.11.
MACR -    
Einheit 142. Squadron    
Startflugplatz Grimsby    
Startzeit 1757    
Herkunftsland GB    
 

Lesen Sie auch den Bericht über die Einweihung der Gedenkstätte für die gefallene Flugzeugbesatzung

Es ist später Abend, ein kleines Mädchen steht mit ihrer Mutter am Küchenfenster und sieht hinaus in die helle Vollmondnacht und sieht plötzlich einen englischen Bomber in extrem geringer Höhe direkt auf das Bauernhaus zufliegen. Die Große Maschine fliegt so tief, das dieses Mädchen drei Mann der Besatzung im brennenden Cockpit und selbst die Kokarde am Rumpf erkennen kann. Wie angewurzelt steht das kleine Mädchen, im Alter von vier Jahren, am Fenster und ahnt die drohende Gefahr - der Bomber wird genau in das Haus stürzen. An Bord der Wellington Z1292 befinden sich von der sechs Mann starken Besatzung nur noch fünf an Bord, einer von ihnen ist wenige Sekunden zuvor aus der Maschine gesprungen - er wird am nächsten Tag, etwa einen Kilometer von der Absturzstelle entfernt, tot auf einer Ackerfläche von einem Landwirt aufgefunden. Der Pilot sieht ebenfalls in der hellen Vollmondnacht den kleinen Bauernhof direkt auf sich zukommen, das Flugzeug fliegt nur noch in einer Höhe von ca. 10m (Berechnet durch die Flugroute und Absturzort). Um eine tödliche Kollision mit dem Bauerhaus zu vermeiden, steuert er die Maschine links am Gebäude - direkt vor den Augen des kleinen Mädchen - nur knapp vorbei. Vermutlich versuchte der Pilot noch auf der hinter dem Bauernhof befindlichen Weide eine Notlandung durchzuführen. Wenige Sekunden später setzt die Wellington auf der Weide auf und explodiert mit samt ihrer Bombenlast und der Besatzung. Am nächsten Morgen hat sich das halbe Dorf an der Absturzstelle versammelt. Die Absturzstelle ist das reinste Trümmerfeld, überall liegen große und kleine Flugzeugtrümmer. Von den Dorfbewohnern besonders begehrt sind die Fallschirme die aus Seide bestehen. Das kleine Mädchen das die Maschine am Fenster stehend auf sich zukommen sah, durfte aus verständlichen Gründen nicht an die Absturzstelle. Aber im Laufe des Tage entdeckt sie einen der Fallschirme in der Waschküche ihrer Eltern unter dem Küchentisch liegen. An Bord der explodierten Wellington war auch der achtundreißigjährige Flight Sergeant Frank Sumner, der Heckschütze. Er war der Großonkel eines Familienangehörigen, der mit mir im Sommer 2006 Kontakt aufgenommen hat und mich bat, ihn über den Verlauf der Recherche zum Absturz dieser Maschine, zu informieren.

 

Die Bilder oben zeigen Frank Sumner, links im Mai 1941 vor der Wellington W5440 (Am 26.02.1942 in die Surendorfer Bucht gestürzt). Da mir dieser Standort bereits namentlich bekannt war, aber der exakte Absturzort noch nicht ermittelt werden konnte, entschloss ich mich diese Untersuchung vorzuziehen. Von dem Familienangehörigen Mr. Sumner, erhielt ich zahlreiches Bild- und Textmaterial über Frank Sumner, sowie dem Absturzort, der damals mit Bildmaterial von der Wehrmacht dokumentiert wurde. Die Absturzfläche konnte lediglich aufgrund des Bildmaterials eingegrenzt und schließlich ausfindig gemacht werden. Die Ausmaße der Trümmerverteilung war so groß, das fünf Tage benötigt wurden um die Fläche weitestgehend zu untersuchen. Insgesamt wurde hierbei ein Gebiet von über 30.000qm abgesucht.

 

 
Links oben: Gradanzeige vom Bombensichtgerät, links unten: Tankanzeige, rechtes Bild links (oben und unten): Magnetschalter für die Bombenabwurfeinrichtung, rechts: vermutlich Gurtverschlüsse einer Verzurrung.

Teil der Sauerstoffmaske (Verbindung zwischen Maske und Sauerstoffzufuhr)


"In memory of Frank"
12.10.1902 - 30.11.1941
Die Heckkanzel in der Frank Sumner sich beim Absturz befand
(Bild: Imperial War Museum)